Inhaltsverzeichnis                                       

2.2.4 Themenbezogene Projekttage und Veranstaltungen

Klasse 6: Projekttag „Mobbing“ (in Planung):

Allgemeines

Mobbing – zunächst ein Problem der Arbeitswelt – nimmt immer mehr Raum auch in der Schule ein. Laut Statistik wird jedes 10. Kind in der Schule gemobbt und jedes 8. Kind zum Mobber. Deshalb ist es uns wichtig präventiv zu arbeiten und die Schüler für das Thema zu sensibilisieren. Die Klasse 6 scheint uns dazu am besten geeignet, da die Schüler sich mittlerweile kennen, aber noch keine Mobbingkultur in der Klassengemeinschaft ent­wickelt wurde.

Mobbing ist ein Konflikt bei dem alle Beteiligten in der Schule – Mobbende, Gemobbter, Mitschüler und Lehrer – eine Rolle spielen.

Übergeordnetes Ziel des Tages ist es, dass sich jeder Schüler seiner Verantwortung bewusst wird und alternative Handlungsstrategien kennenlernt und anwenden kann.

Der Projekttag Mobbing will das Thema auf einer allgemeinen Ebene bearbeiten, um Mobbing vorzubeugen. Gegebenenfalls werden natürlich spezifische Probleme einfließen, wobei dann eine besondere Aufmerksamkeit von Seiten der begleitenden Erwachsenen erforderlich ist.

Voraussetzungen:

1. besonderer Raum

Für die Schüler ist es wichtig, nicht in den festgefügten Strukturen und Umgebung zu arbeiten. Der Klassenraum bringt zu viel Eigendynamik ins Spiel. Deshalb sollte ein gesonderter Raum zur Verfügung stehen (z. B. Gruppenraum oben).

2. offene Atmosphäre

Durch „Aufwärmspiele“ wird eine offene Atmosphäre geschaffen, die den Schülern auch Spaß macht.

3. pädagogisches Anliegen im Vordergrund

Die Schüler sollen kollektiv lernen und deshalb ist es wichtig, dass keine Bewertungen von Seiten des Lehrers oder Mitschülers vorgenommen, sondern gemeinsam akzeptierte Lösungen gefunden werden.

Ablauf des Tages

  1. Phase: Kontakt

Die Schüler werden mit dem Thema konfrontiert, sie sollen dabei in Kontakt zueinander treten und das Thema „Mobbing“ in den unterschiedlichen Facetten kennenlernen.

Methode: Film „Sandra wird fertiggemacht“ oder interaktive Spiele.

Zeit: ca. 1 Schulstunde

  1. Phase: Konfrontation

Die konkrete Klassensituation wird beleuchtet und gespielt. Danach sollen alternative Handlungsweisen ausprobiert werden.

Methode: Rollenspiele, Mobbingfragebogen

Zeit: ca. 3 Schulstunden

  1. Phase: Konsequenzen

Gruppenregeln werden erarbeitet und die Schüler lernen, Verantwortung für ihre Gruppe/Klasse zu übernehmen.

Dabei sollen die Ressourcen der einzelnen Schüler eine wichtige Rolle spielen und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt werden.

Methoden: Klassengespräche

Zeit: ca. 2 Schulstunden

 

Klasse 7/8: Themenschwerpunkt Gewalt und Sucht:

Ausgehend von der Definition von Hurrelmann (“…das gesamte Spektrum von Tätigkeiten und Handlungen, die physische und psychische Schmerzen oder Verletzungen bei den im Bereich der Schule handelnden Personen zur Folge haben oder die auf die Beschädigung von Gegenständen im schulischen Raum gerichtet sind. Gewalt in der Schule umfasst alle Angriffe, Über­griffe und Bedrohungen, die im unterrichtlichen Geschehen stattfinden, und auch alle diejenigen, die im außerunterrichtlichen Bereich auftreten. -1993”)  sowie dem zunehmenden Missbrauch neuer Medien sehen wir uns als Schule in der Verantwortung, den Schülern und Schülerinnen Gelegenheit zu geben, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Sehr wichtig ist in diesem Zusammenhang die enge Kooperation mit der zuständigen Polizeibehörde, mit der die Prävention in Form von Seminaren, Schulungen und informierenden Veranstaltungen zum festen Bestand unse­rer Arbeit in der Schule gehört.

Geschulte Lehrer, eine Sozialarbeiterin sowie die Beratungslehrer erwei­tern den Kreis der Beteiligten und so haben wir die Möglichkeit, in allen Fachbereichen, Klassenstufen und auch bei der Ausbildung von Streit­schlichtern und Busbegleitern unsere Schüler aufzuklären, ihnen bei Prob­lemen zu helfen und im Bereich sozialer Kompetenzen zu schulen. Es ist uns wichtig, dass unsere Schüler hinschauen, helfen, eingreifen und aufmerk­sam und wachsam ihre Umwelt betrachten.

In den Klassen 7 und 8 finden (teilweise fächerübergreifend) folgende Angebote statt:

·    Gewaltprävention (Polizei Siegen)

·    Angebot Streitschlichterausbildung (2. Halbjahr Klasse 8)

·    Projekte zu den Themen Gewalt, Drogen und Sucht; Liebe / Freund­schaft / Sexualität (donum vitae).

·         Kompetenztraining im „Stift Keppel“ (Kreisjugendamt)

Klasse 9/10: Neue Medien

In der Jahrgangsstufe 9 findet durch die Siegener Polizeibehörde eine zweistündige Informationsveranstaltung zum Thema „Im Netz der neuen Medien“ statt. Die Polizei informiert zu Chancen und Risiken für Kinder und Jugendliche im Zusammenhang mit Internet, Handy und Computerspielen.

Heute sind der Zugriff auf das Internet und der Austausch von multimedi­alen Inhalten mit fast allen Endgeräten möglich. Kinder und Jugendliche müssen auf die Gefahren und Risiken der neuen Medien vorbereitet sein, damit sie sicher und selbstbewusst Stellung beziehen können.

Jugendliche nutzen das Internet hauptsächlich zur Kommunikation mit anderen. Oft werden sie jedoch auch mit unseriösen Anfragen, mit Gewalt verherrlichenden und pornographischen Inhalten konfrontiert.

Die Informationsveranstaltung „Im Netz der neuen Medien“ sensibilisiert die Jugendlichen für die Gefahren und Risiken und zeigt ihnen Möglichkei­ten, Inhalte kompetent und kritisch zu hinterfragen. Gleichzeitig befasst sie sich jedoch mit dem für die Jugendlichen oft sehr fernen Bereich des Urheber- und Persönlichkeitsschutzes und zeigt mögliche Straftatbestände und deren Ahndung auf (Beleidigung, Bedrohung, Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen, Kunsturhebergesetz etc.).

(Text in Anlehnung an: Im Netz der neuen Medien, Programm polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes, Zentrale Geschäftsstelle Stuttgart).

In der Jahrgangsstufe 10 wird das Thema „Schuldenfalle Internet/Handy“ in Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen bearbeitet.

Außerdem finden fächerübergreifende Unterrichtsreihen und Projekte zu den Themen Drogenvorbeugung, Jugendschutzgesetz, Straftaten und Gewalt bzw. Rechtsextremismus statt.

KPS = Kriminalpädagogisches Schülerprojekt Siegen (Pilotprojekt NRW)

Im KPS werden Jugendliche von der Brücke Siegen e. V. dazu ausgebildet, auf jugendliche Erststraftäter einzuwirken, damit sie in der Zukunft nicht erneut straffällig werden.

Jugendliche, die sich der Ausbildung unterziehen, erweitern ihre eigenen sozialen Kompetenzen und werden in Rechtsfragen, Gruppendynamik und Gruppenprozessen geschult. Sie übernehmen Verantwortung, lernen aktives Zuhören, Kommunikation und Konflikt-Management