Freudenberg ist stolz auf voll ausgestattete Technikräume für Metall und Holz

Hauptschule macht fit für den Beruf

 WR Freudenberg, 14.02.2008, Steffen Schwab
 
Die einen bohren und feilen Werkstücke aus Metall, andere sägen Holz, und wieder andere steuern mit dem PC eine Kunststoffschneidemaschine, die gerade einen kleinen Eiffelturm hervorbringt                            - Technikunterricht an der Hauptschule Freudenberg.

weitere Bilder des neuen Werkraums siehe hier

 

Mit dem Technikraum Holz, der jetzt eröffnet wurde und ein 55.000 Euro schweres Umbauprogramm aus den letzten zwei Jahren abschließt, ist die Ausstattung in Sachen Berufsvorbereitung für 430 Schülerinnen und Schüler in 19 Klassen perfekt. Bei der Präsentation wies Rektor Helmut Kaufmann darauf hin, dass es außer in Freudenberg im ganzen Kreis und auch im Nachbarkreis Olpe keine Hauptschule gibt, die über zwei komplett ausgestattete Fachräume für Holz- und für Metalltechnik verfügt:

"Darauf kann man durchaus stolz sein.” Großer Bahnhof zur Eröffnung: Schulrätin Ulla Barth war da, Klaus Gräbener als Geschäftsführer des Berufsbildungszentrums bbz, und auch Andreas Bendel, Ausbildungsleiter der Albrecht Bäumer KG, die die Berufsvorbereitung an der Schule unterstützt - unter anderem mit dem Lehrgang „Grundfertigkeiten der manuellen Metallbearbeitung”, den Industriemeister Elmar Schönauer leitet. Bendel ist zwischendurch und bei der Abschlussprüfung dabei.

Dabei erinnerte Günther auch an die Investitionen der Stadt in die Küche und

 

 
Berufe auf dem Stundenplan

Arbeitslehre mit Hauswirtschaft, Technik und Wirtschaftslehre steht ab Klasse 8 auf der Stundentafel der Hauptschule. Bereits in der Klasse 7 setzt der berufsbezogene Wahlpflichtunterricht ein.

Ein Berufserkundungstag steht für die achten Klassen auf dem Programm, ein dreiwöchiges Betriebspraktikum für die neunten und ein weiteres zweiwöchiges Praktikum für die zehnten Klassen.

den hauswirtschaftlichen Bereich der Schule und die gemeinsamen Projekte mit dem Hotel- und Gaststättenverband. 2007 ging es mit dem wöchentlichen Angebot für Neuntklässler los. „Mancher hat zusätzlich bei uns ein Praktikum gemacht.” Und der erste junge Mann aus dem Lehrgang, berichtet Bendel, ist bereits bei Bäumer als angehender Industriemechaniker in der Lehre. 

Solche Kontakte wünscht sich Bürgermeister Eckhard Günther auch mit Betrieben aus anderen Branchen - gerade der Holzbereich bietet sich jetzt, wo der neue Technikraum fertig ist, dafür an.

 

 

„Das kann sich schon sehen lassen”, sagte Günther, „wobei man fast schon vorsichtig sein muss, dass man nicht einem Partyservice Konkurrenz macht.”

Ausgesprochen glücklich zeigt sich Rektor Kaufmann über die erfahrene Unterstützung aus Wirtschaft und Verwaltung: „Man musste nicht lange reden und schreiben - es wird gehandelt.” Es wird gesägt, gehämmert und gemessen: Pädagogen nennen das „arbeitsmotorische Bewegungsabläufe”, die im Technikunterricht trainiert werden. „Selbst die Jungen bringen solche Bewegungsmuster heute nicht mehr selbstverständlich mit”, weiß Helmut Kaufmann. Laubsäge und Technikbaukasten sind eben out. Und der PC ist in.

In der Schule, die sogar mit Notebooks ausgestattet ist, allerdings nicht als Spielzeug. Nach und nach bekommen die jungen Leute mit, wie sie mit Hilfe des Rechners Werkstücke zeichnen und herstellen (lassen) können. „Alle Schüler ab Klasse 5 müssen an den Computer ran”, sagt Informatiklehrer Stefan Kötting, der gerade mit zwei Achtklässlern den Eiffelturm nachbaut. Für einen von beiden ist schon vor dem ersten Berufserkundungstag klar: Er will lieber Kfz-Mechatroniker werden.